Biosolare Dächer und Ökologischer Ausgleich in der Schweiz

In den letzten 14 Jahren wurden mehrere extensive biodiverse Gründächer in Kombination mit Sonnenkollektoren in Basel installiert. Dies umfasst somit sowohl Solarthermie als auch Solarenergie (PV). Teil des Antriebs dafür war, biologische Vielfalt in der Stadt durch neue Entwicklungen von ökologischen Ausgleichen zu verbessern. Etwas wurde an der Natur entnommen und muss daher kompensiert werden. Dies unterscheidet sich vom ökologischen Ersatz oder der Wiederherstellung eines Ökosystems.

Jedes Dach muss das spezifische Ökosystem replizieren um als Ausgleich betrachtet zu werden. Somit wirkt die Dachbegrünung als Trittstein für eine Vielfalt von Arten, die zwischen verschiedenen Lebensräumen in der Stadt zirkulieren.

Das Natur Inventar

Die Stadt Basel hat ein Inventar seiner Stadtnatur gemacht, das auf der Grundlage des nationalen Bestands basiert ist. Die Bestandsaufnahme der Stadt Basel hat speziell die auf der Roten Liste aufgeführten Arten aufgelistet, sowie geschützte Arten und Arteneigenschaften die der Stadt zugeordnet werden konnten. Diese Bestandsaufnahme wurde im Jahre 2011 abgeschlossen. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert und ist öffentlich zugänglich.

St.Johanns Park

St. Johanns-Park: Trockenrasen in einem Teil eines öffentlichen Parks im Zentrum der Stadt Basel - Erhaltung der Natur in der Stadt: eine große Tier- und Pflanzenvielfalt (viele Arten der Roten Liste) findet man hier vor.

Diese Inventare sind wichtig für die Schweizer Städte, denn sie helfen zu verstehen, was Baustellen für Auswirkungen auf Arten und deren Lebensräume haben können und sind damit hilfreich um die besten Entscheidungen zugunsten der biologischen Vielfalt zu treffen.

Ökologischer Ausgleich

In intensiv genutzten Gebieten sowohl außerhalb als auch in städtischen Gebieten, bieten die Kantone (ähnlich wie Landkreise) ökologische Ausgleiche mit zum Beispiel: Hecken, Feldgehölze, Ufervegetation und andere natürlichen Restaurationen. Dies ist eine nationale Anforderung seit 1987 im Artikel 18b des Bundesgesetzes Schutz der Natur und Heimatschutz (NHG) vom 1. Juli 1966 (Stand am 12. Oktober 2014).

Eine solche Kompensation umfasst auch:

  •    Zerstörung asphaltierter Flächen
  • Standortgerechte und einheimische Pflanzen
  •    Schaffung von Nistplätzen für Tiere

Diese Art von Aktionen sind nicht mit ökologischem Ersatz oder der Wiederherstellung eines Ökosystems zu verwechseln.

Ökologischer Ersatz oder ökologische Wiederherstellung

Der ökologische Ersatz und die ökologische Wiederherstellung unterscheiden sich von der Kompensation darin, dass ein Teil des Lebensraums zugunsten der Entwicklung verloren geht. Dies bedeutet, dass er ersetzt oder wiederhergestellt werden muss wenn er von nationaler und/oder kantonaler Bedeutung ist. Bauunternehmen sind dazu verpflichtet und der Ersatz hat rechtlich mehr Gewicht als der ökologische Ausgleich, aber der Prozess zu Planung und Umsetzung ist sehr schwierig und komplex. Zum Beispiel für Amphibien, die, auf nationaler Ebene, stark geschützt sind, hat ein Bauunternehmen die Verpflichtung die Beste Lösung zu finden wie diese Amphibien mit den Menschen nebeneinander und miteinander leben könnten. Das Bauvorhaben muss allen Bedürfnissen des Ökosystems der betroffenen Amphibien gerecht werden, wenn es richtig umgesetzt werden soll.

Biosolare Dächer

Die bereits mehrfach besprochenen Biosolaren Dächer decken sowohl dieökologischen Ausgleichsanforderungen auf nationaler wie auch auf kantonaler Ebene ab.

Jedes Dach muss die ökologischen Merkmale, um als Ausgleichangenommen zu werden,eines biodiversen Lebensraum herstellen. In den räumlichen Dimensionen herum zoomend wirkt die Dachbegrünung als Trittsteine ​​für viele Arten (Pflanzen und Tiere), die zwischen verschiedenen Lebensräumen in der Stadt migrieren können. Das Dach-Design, auch wenn es um Sonnenkollektoren installiert ist, wird zu prüfen haben, welche Arten im Natur Inventar angeben sind im Umfeld dieses Standortes, damit möglichst viele unterschiedliche Arten das Dach besiedeln können. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, wie dies in der Stadt Basel erreicht wurde.

Stücki shopping center

Stücki Einkaufszentrum - mit einem Dachbegrünungsprojekt und einer grünen Fassade, die auf die Wiederherstellung und Ausgleich von verlorener Bodenflächen projektiert war. Fokus wurde hier auf wärmeliebende Arten gelegt, dieauf typischen ruderalenStandorten gefunden wurden (einige Arten der Roten Liste) z. B. entlang der Deutschen Bahnlinie (DB Areal). Vor allem die Blauflügelige Ödlandschrecke, Oedipoda caerulescens, wurde hier wieder gefunden und deshalb wurden an das Gründach Design die Forderung gestellt, die Bedingungen des Lebensraums für diese Heuschrecke der Roten Arten Liste (Brutlebensraum und Nahrungspotenzial) wiederherzustellen.