Extensive Gründächer in Kombination mit Solarenergie (PV) - eine innovative Praxis in der Schweiz

Erneuerbare Solar-Energie und grüne Dächer haben beide in der Stadt Basel (Schweiz) schon eine lange Vergangenheit. Diese Kenntnisse, sowohl in der Konstruktion wie in deren Anwendung, ist Teil des Schweizer Beitrages an das “Biosolar Roof” Projekt.

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Basel-Stadt : Hauptstadt des Gründächer

Die Stadt Basel hat die grösste Fläche an Gründächern pro Einwohner in der ganzen Welt. Die Konstruktion von Gründächern wurde durch eine Kombination von finanziellen Anreizen aber auch Bauvorschriften gefördert. Ein Gesetz erfordert die Verwendung von Vegetation auf Dächern seit dem Jahr 2002. Initiativen, um den Bau von Gründächern in Basel zu erhöhen, wurden zunächst durch Energiesparprogramme gemacht, um später mehr und mehr auch den Aspekt der Erhaltung der Artenvielfalt zu betrachten. Seitdem gibt es eine grosse Anzahl von Dächern in der Stadt, die automatisch diese Kombination von Solarenergie und Dachbegrünung haben.

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Biodiversität und Energie - der Leitfaden

Die Senkung des Energieverbrauches der Gebäude und die Unterstützung der biologischen Vielfalt, waren die hauptsächlichsten Motivationen zum Ausbau der Gründächer in Basel. Zunächst sah die Gemeinde Gründächer als Energiesparmaßnahmen. In der Mitte der 1990er Jahren wurden Gründächer über einen Zeitraum von zwei Jahren sogar von der Stadt finanziert. Dies um Interesse und Bewusstsein der EinwohnerInnen zu wecken. Dank dem Erfolg dieses Projektes wurden finanzielle Mittel für eine Studie zugesprochen, um die Vorteile der Biodiversität von Gründächern als ökologische Ausgleichsflächen nachzuweisen. Es ist nun anerkannt, dass Gründächer auch zur Anpassung an den Klimawandel nützlich sind, durch einerseits die Rückhaltung des Regenwassers und anderseits die Verringerung der Temperatur im Siedlungsraum.

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Zur Verbesserung der Artenvielfalt

In einer Studie der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) wurde nachgewiesen, dass insbesondere die Vielfalt der Käfer-Arten durch die Kombination von extensiven Gründächern mit Photovoltaikmodulen (PV) erhöht werden kann. Die Installation von Solarmodulen verbessert die Lebensbedingungen für Insekten. Warum?

Da es mehr verschiedene Flächen mit Schatten (vollständiger und Halbschatten) sowie unterschiedliche Feuchtigkeitsrückhalte Eigenschaften im Substrat unter und hinter den Solarmodulen gibt. Das heißt, es gibt bessere und abwechslungsreichere Bedingungen für die Vegetation und davon resultiert eine größere Artenvielfalt der Wirbellosen und insbesondere auch der Blütenbestäuber.

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Verbesserung der Energieproduktion

Die Studie bestätigte auch, dass die Begrünung ebenfalls einen positiven Effekt auf die Produktion der Solarenergie hat. Die Evapotranspiration der Pflanzen bietet eine natürliche Kühlung für die PV-Module. Diese Kühlung ist wichtig denn sie erhöht die Effizienz der Energieproduktion der Module in der wärmsten Jahreszeiten - Frühling und Sommer.