Erstes Biosolar Gründach in Sion – Im Rahmen des Projekts ACCLIMATASION

Erstes Biosolar Gründach im Kanton Wallis (CH)

Das allererste Biosolar Gründach im Wallis (CH) wird auf einer privaten Villa im Süden von Sion installiert. Die Besitzer waren für diesen neuen ökologische Ansatz von Flachdachbegrünung in Kombination mit Solarenergie völlig begeistert, obwohl dies in ihren ursprünglichen Plänen für das Haus nicht vorgesehen war. Aber dank dem Landschaftsarchitekt, welchem das Projekt ACCLIMATASION bekannt war sowie deren Kontakt mit der Green Infrastructure Consultancy (CH), liessen sich die Eigentümer für die Option eines Biosolar Gründach überzeugen.

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Privatvilla mit Panels für Warmwasseraufbereitung (Quelle: N.Baumann)

Der Kanton Wallis ist einer der 26 Kantone der Schweiz und liegt im südwestlichen Teil des Landes. Er umfasst das Rhonetal von seiner Quelle bis zum Genfersee un trennt die Walliser Alpen von den Berner Alpen. Er besteht aus zwei Zonen : Das Oberwallis (Schweizerdeutscher Raum) und das Unterwallis (Französisch sprechender Raum). Der Kanton ist sowohl eine der trockensten Regionen der Schweiz wie auch eine der feuchtesten, mit großen Mengen von Schnee und Regen, und dies bis auf einige der höchsten Gipfel der Schweiz. Der Kanton Wallis ist weltweit für seine hohen Gipfel (durchschnittlich 4000 m über dem Meeresspiegel) wie z.B. das Matterhorn, sowie auch für seine Wintersportorte wie Saas Fee, Verbier und Zermatt, bekannt. Er besteht aus 13 Bezirken (daher die 13 Sterne auf der Flagge) und seine Hauptstadt ist Sion.

 

Konstruktion des Biosolar Gründaches - Auswahl des Substrates

Die erste Herausforderung dieses Projektes war eine lokales Substrat zu finden, und dies aufgrund des extremen Klimas in dieser Region. Die Mischung besteht schlussendlich aus dem Boden (die für den Bau ausgehobene Erde) in welchem auch unterschiedlichen Korngrössen von Schiefer-ähnlichen Gesteinen vorhanden sind. Dieser Erde wurde eine Mischung aus Kies und zerkleinertem Ziegelstein (rezykliertes) zugesetzt.

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Das Substrat wurde an Ort stelle gemischt (Quelle : N.Baumann)

 

Konstruktion des Biosolar Gründaches – die Schaffung eines Lebensraumes der Gletscher Flussauen

Die Gestaltung der Gründaches besteht aus mehreren trockenen Kies Flussbett-Kanälen die über die Oberfläche verteilt wurden. Diese führen zu den Wasserabflüssen und erlauben den freien Ablauf des Wassers vom Dach. Diese Gestaltung basiert sich auf ein in Großbritannien verwendetes Prinzip. Zwischen diesen Entwässerungsrinnen wurde die Substratmischung in unterschiedlichen Tiefen von 100 bis 250cm verteilt. Diese Art von Topographie repliziert das Ökosystem der Region von Sion.

Die Pflanzen werden später nach Substrattypen und -höhen sowie nach der Exposition (sonnig, schattig-halb-schattig) gewählt.

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Kiesbett/-kanäle welche eine Art Flussbett bilden (Quelle: N. Baumann)

 

 

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Sicht auf die Fläche vor den Solar Panels - das Substrat ist 100mm mächtig und es werden dann bodendeckende Arten ausgebracht, sprich nicht in die Höhe wachsende Arten.

(Quelle: N. Baumann)

 

Konstruktion des Biosolar Gründaches - Auswahl der Pflanzen und deren Anpflanzung 

Die Pflanzen werden dann im September gepflanzt werden wenn die Temperatur wieder niedriger sowie der Regen häufiger ist.

Verschiedene Anpflanzungstechniken sind vorgesehen :

  •    Einheimische Samenmischung
  •    Stecklinge einheimischer Pflanzen (vor allem mehrjährige, Stauden)
  •    Lokal geschnittenes Heu (Trockenwiesen, Ökowiesen) = Heumulchtechnik

Die Heumulch-Technik („fleur de foin)“, eine Schweizer Gründach-Technik, wird ebenfalls an einigen Stellen angewandt werden.

Die Heu Mulch-Technik in der Anwendung auf Dachbegrünungen, ist eine Schweizer Innovation bekannt unter dem Namen "fleur de foin".

In userem Fall wird das Heu von subalpinen trockentoleranten Wiesen (thermophyle Wiesen) benützt werden, wo die Pflanzen die selben Lebenskonditionen haben die sie auch auf dem Gründach finden werden. Diese Art von Wiesen sind ganz speziell und seltenen im Kanton Wallis.

In den kommenden Jahren wird dann die Vegetation auf dem Gründach überwacht und seine Evolution analysiert. Diese Anbautechnik wird dann für später eine Leitlinie für Gründächer für dieser sehr trockenen Region der Schweiz werden.